Von Wood-Mizer, Deutschland
October 13, 2025
Aschaffenburg dürfte den meisten Menschen in unserem Lande bekannt sein. Vielleicht nicht unbedingt die Stadt als solche, so aber doch ziemlich sicher der Name. Nur wenige Kilometer vor den Toren Aschaffenburgs liegt der kleine Ort Johannesberg. Hier lebt Christoph Hein mit seiner Familie, Eltern, Frau und Tochter auf einem Hof, der sich seit Generationen im Besitz der Familie befindet. Kurz hinter der Einfahrt zum Hof empfängt mich ein alter Bekannter: der EG100, der beliebte Besäumer von Wood-Mizer. Er ist auf eine Europalette montiert und wird offenbar bei Bedarf einfach mit einem Hubwagen hervorgeholt. Im nächsten Augenblick kommt auch schon Christoph Hein heran. Er wird begleitet von seinem Hund, einem hübschen, aufmerksamen Australian Shepherd, der ihm nicht von der Seite weicht. Am Ende des langen Innenhofes steht das zweistöckige Wohnhaus, das von einer großen Glasfront vor Wind und Wetter geschützt wird. Links und rechts des Hofes stehen einige Gebäude verschiedener Baujahre. Das älteste stammt aus der Zeit um 1740, die anderen sind etwa zweihundert Jahre jünger.




Sie sollen zum Teil in naher Zukunft aus- und umgebaut werden. Hier treibt das Sprichwort „Platz ist in der kleinsten Hütte“ ganz eigene Blüten, denn Christoph Hein hat gemeinsam mit Oswald, seinem Vater, am rechten Rand des Innenhofs einen Sägeplatz eingerichtet, der buchstäblich bis in den letzten Winkel, den letzten Zentimeter genutzt wird. Ihre LT15START steht hier am Fuß der Giebelwand des uralten Fachwerkhauses. Nun mussten die beiden die Säge so aufbauen, dass die Späne nicht zwischen Hauswand und Säge ausgeworfen werden, weil der Platz einfach zu knapp gewesen wäre, um dem Säger noch Raum genug für seinen Arbeitsweg zu lassen. Also installierten sie die Maschine kurzerhand andersherum. Dass die Anschlagwinkel nun erst nach dem Bestücken der Säge hochgeklappt werden können, stört Vater und Sohn nicht sonderlich. Ihrer Freude an der Arbeit mit der LT15START, die sie im Jahr 2020 erworben haben, kann das nicht schmälern.
Die begrenzte Fläche zur anderen Seite der Säge bietet gerade so viel Platz, dass es sowohl für ein kurzfristiges, schmales Lager der angelieferten Stämme reicht, wie auch für das geschnittene Bauholz – das eine am Fuße der Säge, das andere am Kopf. Es gibt viel zu tun für die Maschine. Gab es hier in früheren Zeiten im Umkreis von 50 Kilometern noch ca. 20 große Sägewerke, so arbeitet heute nur noch eines. Und da der Betreiber lieber vorgeschnittenes Holz weiterverarbeitet als Stammholz in Auftrag zu nehmen, wird es für viele der kleinen Waldbauern schwierig, Bauholz aus ihren Wäldern zu gewinnen. Sie finden deshalb immer öfter den Weg zu Oswald und Christoph Hein. Außer der Mund-zu-Mund-Werbung bedurfte es keinerlei Anstrengungen, in der Region als kleines Sägewerk bekannt zu werden. Die Aufträge reichen von Bauholz in all seinen Formen bis hin zu Vesperbrettern mit auffälligen, schönen Maserungsbildern. Manchmal müssen sie schon wegen ihrer zeitlich begrenzten Kapazitäten neue Aufträge ablehnen. Für einen Nachbarn mit einer „Zwetschke“ nehmen sie sich aber immer die Zeit. Natürlich schneiden sie auch das Bauholz für eigene Projekte. Das Holz dazu entnehmen sie ihrem eigenen kleinen Wald, der wegen des Erbrechts aus kurfürstlichen Zeiten auf mehrere kleine Parzellen aufgeteilt ist. Das macht die Bewirtschaftung der Flächen natürlich etwas aufwändiger.




Der 38-jährige Christoph Hein ist im Hauptberuf als Landschaftsgärtner bei der Stadt Aschaffenburg angestellt. Direkt nach dem Schulabschluss hat er in einem großen Betrieb eine Lehre zu seinem Wunschberuf angetreten und dabei nicht nur Gartenbau gelernt, sondern auch große Kenntnisse im Tiefbau erworben. Der Alltag seines Berufes bringt es mit sich, dass immer mal ein Problembaum gefällt werden muss. Diese Bäume wären für Heins LT15START natürlich ein gefundenes Fressen. Leider hat der Gesetzgeber etwas dagegen. Unter dem Begriff der Vorteilsnahme hat er einen Riegel davorgeschoben. So landen diese Bäume oft als Hackschnitzel in städtischen Heizungsanlagen statt auf seiner LT15. Aber auch ohne diese dicken, alten Stadtbäume kommt manchmal eine großkalibrige Eiche von 80 cm Durchmesser auf die Säge, die zuvor äußerst vor- und umsichtig durch die dann recht schmale Toreinfahrt auf das Sägebett gehievt wird.
Eine echte Bereicherung des kleinen Sägebetriebs ist der EG100, der Besäumer von Wood-Mizer. Sicher, man hat auch vor dessen Erscheinen Bretter besäumt – damals aber ungleich zeit- und kraftaufwändiger mit einer Kreissäge. Das hätten die Heins wohl auch weiterhin so gemacht, wenn – ja, wenn sie das Adventkalenderrätsel der Firma Wood-Mizer nicht gelöst hätten. Das Losglück besorgte dann den Rest. So fiel ihnen der Hauptgewinn in Gestalt eines Besäumers sozusagen in den Schoß.
Die Freude über diesen Gewinn war groß. Familie Hein ließ es sich nicht nehmen, den EG100 selbst abzuholen und bei der Gelegenheit den Betrieb in Schletau zu besichtigen. Wie wertvoll diese Maschine für die Heins ist, zeigte sich schon nach kurzer Zeit, zum Beispiel bei der Produktion von Holzleisten aus Buchenholz für einen Besenstielhersteller. Für die Herstellung der transportablen Zäune, mit denen die häufig wechselnden Weideflächen für ihre 50-köpfige Schafherde abgesteckt werden, ist die Maschine mittlerweile unverzichtbar. Der Verschleiß dieser Leisten ist hoch, weshalb sie regelmäßig ausgetauscht werden müssen. Der automatische Einzug des Besäumers und der sichere Anschlag erleichtern das Schneiden der vielen Leisten ungemein.
Die Schafherde unterhalten Vater und Sohn im Nebenerwerb. Die Tiere leben in der Zeit zwischen Mitte April und Ende Dezember unter freiem Himmel. Sie gehören zu der Rasse des Coburger Fuchsschafes. Es handelt sich dabei nicht nur um sehr ansehnliche Tiere, sondern auch um eine bedrohte Rasse. Mit ihrer Arbeit sorgen Vater und Sohn auch für die Erhaltung dieser Rasse. Das Land Bayern fördert und unterstützt ihre Arbeit in der Erhaltungszucht. In den nächsten Tagen werden die Mutterschafe wieder niedliche, kleine Lämmer zur Welt bringen und damit die Herde um 20 bis 30 Tiere vergrößern. Jetzt, es ist Ende März, stehen die Schafe noch im Stall, der sich auf der anderen Straßenseite befindet. In dem großen Schafstall herrscht eine angenehme Temperatur, und es empfängt uns nicht etwa scharfer, unangenehmer Stallgeruch, sondern ein Duft nach Landleben im allerbesten Sinne. Die Tiere fühlen sich offensichtlich wohl. Es herrscht eine entspannte Ruhe im Stall. Der Stall ist in drei Bereiche aufgeteilt, die mit kräftigen Bohlen voneinander getrennt sind. Auch hier war natürlich die LT15START im Einsatz. Den Bock hat Hein von der übrigen Herde getrennt, auch die Mutterschafe stehen separat.


Natürlich werden in jedem Jahr auch einige der Schafe geschlachtet und deren Fleisch vermarktet und verwurstet. Christoph hat als junger Mann auch immer ein wenig mit dem Beruf des Metzgers geliebäugelt. So hat der Landschaftsgärtner natürlich so ganz nebenbei gelernt, eine leckere Wurst zu machen. Ich hatte das große Glück, zum Abschied ein duftendes Exemplar seiner Coburger-Fuchsschaf-Salami geschenkt zu bekommen. Sie ist so lecker, dass ich sie direkt nach dem Genuss der ersten Scheibe in die Kategorie „Lieblingswurst“ eingestuft habe. Der Besuch bei Familie Hein hat wieder einmal einen schönen Blick in die reiche Welt der Wood-Mizer-Säger gewährt.