Von Wood-Mizer, Deutschland
October 14, 2025
Tobias ist 31 Jahre alt und jemand, der nicht gerne stillsteht. Seit vielen Jahren arbeitet er als Schlosser bei Alzchem, einem Chemie-Spezialanbieter, nur eine Viertelstunde von seinem Heimatort entfernt. Seit März 2019 besitzt er, gemeinsam mit seinem Partner Christof Wentenschuh, eine LT15CLASSIC.
Mit eigenem Wald und seiner Liebe zum Holz war Tobias schon immer mit diesem Werkstoff verbunden. Anfangs haben sie Stämme mit einem Kettensägewerk aufgeschnitten, doch das funktionierte nicht zufriedenstellend.
Mit der Entscheidung: „Wenn sägen, dann richtig.“ stand der Kauf eines Bandsägewerks fest.


Geschnitten wird seitdem für den Eigenbedarf und die Tischlerei auf dem Hof, die beide im Nebenerwerb betreiben. Ihre Spezialität sind breite Tische aus Eiche oder anderen Laubhölzern. Die Idee entstand beim Sägen des ersten Nussbaums. Bald zeigte sich, dass die Bohlen für Tische eine Holzfeuchte von 8–10 % haben müssen, was ohne Trockenkammer kaum möglich war – höchstens, wenn das Holz einige Wochen lang in der geheizten Werkstatt lag.
Einer von Tobias' engsten Freunden betreibt eine Landwirtschaft mit Biogasanlage, und so fiel im Herbst 2021 die Entscheidung leicht, eine Trockenkammer anzuschaffen.




Ein 20-Fuß-Iso-Container konnte günstig erworben werden – ideal für den Einbau des Wood-Mizer-Trockenkammer-Bausatzes. Da hauptsächlich Wertholz getrocknet werden sollte, reichten 20 laufende Meter Wärmetauscher.Tobias, gelernter Schlosser, baute die Kammer, zusammen mit seinem Partner, an nur einem Tag ein.
„Das Holz kommt erst in die Kammer, wenn es unter 30 % Holzfeuchte erreicht hat. Ab diesem Punkt beginnt die Gefahr von Schwundrissen“ – etwas, das Tobias vor der Anschaffung der Kammer öfter beobachten konnte. In der Kammer traten diese Risse nicht mehr auf.
Anfangs arbeitete er vorsichtig, der Abluftschieber war fast geschlossen. „Erst mit der Zeit habe ich mich getraut, etwas schärfer zu trocknen. Man muss sich einfach trauen“, sagt er. „Diese Trocknung ist ein primitives Prinzip, aber es funktioniert.“
Die ersten zwei Wochen wird mit 35 °C getrocknet, bei etwa 10 % geöffneter Abluft. Danach wird alle zwei Tage um 5 °C erhöht, bis 50 °C erreicht sind. Nach weiteren vier bis fünf Tagen steigt die Temperatur in den letzten fünf Tagen auf 60 °C, die Abluft bleibt vollständig geschlossen. Für 50 – 60 mm starke Eichenbohlen dauert der gesamte Prozess rund drei bis vier Wochen.
Die Lagerung des kammergetrockneten Holzes ist nicht einfach. Am liebsten lässt Tobias es in der Kammer liegen, solange diese nicht gebraucht wird. Im Freien darf das Holz je nach Witterung höchstens zwei Wochen lagern – danach steigt die Feuchte wieder auf etwa 14 %, und das Holz muss erneut zwei bis drei Tage in die Kammer.
Neben Bohlen für die Tischlerei trocknen Tobias und Christof bei Bedarf auch Bauholz und Brennholz. Bauholz, das für Hütten oder Gartenprojekte genutzt wird, kommt frisch in die Kammer und bleibt dort je nach Dimensionen sieben bis zehn Tage. Brennholz wird in Gitterboxen getrocknet und erreicht nach etwa vier Tagen eine Holzfeuchte von 20 %, bei vollständig geöffnetem Abluftschieber.
Ist die Kammer nicht ausgelastet, wird Lohntrocknung für andere Tischlereien angeboten – eine zusätzliche Möglichkeit, die sich durch die Anschaffung ergeben hat.



