Kollautz – eine Erfolgsgeschichte

Kollautz – eine Erfolgsgeschichte
Von Friedrich Hallweg, Germany

October 13, 2025

Kategorien Produktion & Handel
Tags LT70 MP360

„Holz ist nur ein einsilbiges Wort. Aber dahinter verbirgt sich eine Welt der Märchen und Wunder.“ Auf dieses schöne Zitat von Theodor Heuss, dem ersten Bundespräsidenten unseres Landes, stößt man bei einem Besuch der Website der Firma „Timbercut“ von Holm & Justin Kollautz, gleich auf der ersten Seite. Schaut man genau hin, schlägt dieses Zitat einen fantastischen Bogen von der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 zur sogenannten Wende 1989. Holm Kollautz hatte da in Sachsen-Anhalt gerade seine Ausbildung zum Forstwirt abgeschlossen und folgte damit in dritter Generation Vater und Großvater.

Sein Vater war es auch, der ihn damals ermutigte, sich selbstständig zu machen. Und so wagte er 1991 als gerade mal 20jähriger den Sprung in die Selbstständigkeit. „Wir haben einfach irgendwie angefangen“, sagt er. „Das war wie nach einem Krieg, man konnte quasi aus dem Nichts irgendwas tun.“ Und so begann er seinen eigenen Forstbetrieb aufzubauen. Statt eines acht-Stunden-Tages, waren es jetzt 10 und 12 Stunden, die er auf alter DDR-Technik im Wald unterwegs war, oder mit einem slowakischen LKT-Traktor Brandstreifen pflügte, und mit einem Belarus Traktor und einer Winde Langholz rückte. Das war oft eine sehr harte Arbeit. Anfangs unterstützte ihn das Forstamt, wo er gelernt und bis dahin gearbeitet hatte. Und auch sein Vater half mit seinem Fachwissen als Revierförster, wo er konnte. Im ersten Halbjahr verdiente er spürbar weniger als im Forstamt. Aber nach und nach ging es bergauf. Auch der Staatsforst Sachsen zählte bald zu seinen Auftraggebern. Zu damaligen Zeiten gab es da keine großen Ausschreibungen, sondern es wurden halt Preise verglichen und Aufträge vergeben. Wurde zu DDR-Zeiten bei der Holzernte noch im Langholzverfahren gearbeitet, verlangte die Industrie jetzt Kurzholz wegen des besseren Handlings. Es musste ein Rückewagen her und der erste Mitarbeiter wurde eingestellt. Es gab unendlich viel Arbeit. Doch kurz darauf wurde Holm zum Wehrdienst eingezogen. Was zunächst ein Schock war, verlor dann aber einiges an Schrecken, denn die „Armee“ übernahm die fortlaufenden Kosten seines Betriebes, der jetzt zwar etwas holpriger lief, aber dadurch die Wehrdienstzeit gut überstand.

Nach der Entlassung aus dem Wehrdienst gab es nur noch eines: die Arbeit in seinem Betrieb. Der Kundenstamm vergrößerte sich zusehends und damit auch der Maschinenpark. Mitte der 90er Jahre, da war er gerade mal 25 Jahre alt, hatte er durch seine Investitionen rund eine viertel Million D-Mark Schulden. Um als Dienstleister an Aufträge zu kommen, fuhr er mit seinem alten Wartburg und seinem jugendlichen Aussehen zu den möglichen Kunden, die ihn zunächst nicht für voll nahmen und fragten, wann denn der Chef käme. Es dauerte nicht lange bis sie checkten, dass der bereits vor ihnen stand. 1998 schaffte er seinen ersten Harvester an. Anfangs ging die Arbeit mit der komplexen Maschine nur langsam voran, denn er musste erst lernen mit der komplizierten Bedienung umzugehen. Von da an beteiligte sich Kollautz auch an den großen Ausschreibungen der Länder und Kommunen für die Holzernte mit schwerem, hoch mechanischem Gerät. Der Radius seiner Einsatzorte vergrößerte sich und das Auftragsvolumen wuchs rasant. Die Firma brauchte ein eigenes Gelände mit Tankstelle, einem Gebäude für Büros, für die Maschinen und Geräte und Platz für ein Vorratslager.

Justin und Holm Kollautz

Nur einen Steinwurf von seinem Wohnhaus entfernt, wartete das brachliegende Gelände seiner ehemaligen Ausbildungsstätte samt Lehrlingsheim und verlassener Wohnung des Direktors auf den Hammer eines Auktionators. So kam es, dass Holm Kollautz das stillgelegte Objekt in einer spannenden Versteigerung erwarb. Als er den Zuschlag bekam, müssen ganze Schwärme von Schmetterlingen in seinem Bauch unterwegs gewesen sein. Er, der ehemalige Auszubildende dieser Einrichtung, war jetzt Eigentümer des gesamten Komplexes. Aufwändig und mit viel Eigenleistung begann er mit dem Um- und Ausbau des Objekts und machte es zu einem ansehnlichen Firmensitz.

Mit der Wood-Mizer können auch kurze und krumme Hölzer zu Schnittholz verarbeitet werden.

2010 kam dann endlich auch die erste Wood-Mizer Säge ins Spiel. Zunächst mal nur die kleine LT10. Holm Kollautz wollte damit die Wertschöpfung in seinem Holzhandel verbessern. Zu viel gutes Holz landete im Hacker. Die Säge fand sofort großen Anklang, weil sie so einfach zu bedienen ist und selbst die krummsten Obstbaumstämme in nutzbare Formen schneiden kann. Die beiden ‚Opas‘ der Familie arbeiteten besonders gern mit der Maschine, wie Justin, der Enkel, erzählt. Einzig das Auf und Ab des Sägenkopfes mit der Kurbel war ihnen ein Dorn im Auge. Ihr geschickter Erfindergeist führte schließlich zu einer elektrischen Höhenverstellung, die sie sogar bei einem Sägertreffen bei Wood-Mizer in Schletau präsentieren durften. 2012 bekam die LT10 einen Partner für die Veredelung der rohen Bretter - den Balkenhobel MP100, mit dem sie sich das Sägebett jetzt teilte.

Holm Kollautz ist verheiratet, hat einen Sohn und eine Tochter. Als der junge Justin Kollautz vor der Berufswahl stand, wollte er der Familientradition nicht folgen, nicht Forstwirt werden und auch nicht im väterlichen Betrieb arbeiten. Stattdessen studierte er Maschinenbau, machte seinen Bachelor und arbeitete dann als Ingenieur in verschiedenen großen, deutschen Unternehmen. Nachdem er einige Jahre auch in Australien in seinem Beruf gearbeitet hatte, überfiel ihn eines Tages die Lust auf Heimat. 2019 entschied er sich zurückzukehren und in den Forstbetrieb seines Vaters einzutreten. Für Vater und Sohn galt es nun herauszufinden, wie der Techniker und der Forstwirt zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit finden könnten.

Inzwischen hatte die LT10 einer LT70REMOTE weichen müssen, denn die Nachfrage nach Schnittholz war stark gestiegen. Weil die hohe Produktivität einer herkömmlichen LT70 vom Bediener ein entsprechend hohes Laufpensum fordert, auf das sich Holm Kollautz nicht einlassen wollte, entschied er sich für die ‚Remote‘ mit stationärem Bedienpult und Brettabschieber.

Justin konstruierte und baute, sozusagen als Einstand, einen hydraulischen Sortierer hinter den Längsförderer der LT70REMOTE, um die Arbeitsabläufe zu rationalisieren. Mit einer einfachen Hebelbewegung sortiert der Säger das Schnittholz vom Bedienpult aus: die Schwarten gehen nach rechts weg in einen Kasten und die guten Bretter zur anderen Seite auf einen Tisch zur Weiterverarbeitung. Für den Säger eine schnelle saubere Sache. „Er ist halt ein Studierter,“ lachte der Vater. 

Von einer LT10 mit MP100 Balkenhobel bekam das Timbercut Equipment ein erhebliches Upgrade.

LT70REMOTE mit selbst konstruierter Absaugung und einem Sortiertisch hinter dem Längsförderer. Alle Elemente werden vom stationären Bedienpult aus gesteuert.

Der MP360 hat die Produktpalette noch einmal erheblich erweitert. So können im Shop auch fertige Produkte wie Terrassendielen und Nut- und Federbretter angeboten werden.

Dann begann Justin mit der Entwicklung seiner Geschäftsidee für einen neuartigen Online-Shop: timberstore.de. Im Laufe von gerade einmal einem Jahr, baute er ein Online-Geschäft auf, mit dem er im Wettbewerb „Digitale Erfolgsgeschichten“ des Landes Sachsen-Anhalt, den 1.Platz belegte. Ein Besuch auf der Website zeigt sehr anschaulich den Grund für den Erfolg auch bei den Kunden: die Seite ist trotz des vielseitigen Angebots an Dienstleistungen und Produkten rund um Wald und Holz, übersichtlich und leicht zu bedienen. Man findet sich sofort zurecht und fühlt sich bestens informiert. Um nicht selbst ein aufwendiges Lager für das große Warenangebots eines Fachhändlers betreiben zu müssen, entschied sich Justin für das „Dropshipping‘. Der Händler ist quasi Mittler zwischen Hersteller und Kunden. Es gibt auch einen schnellen Sägeketten Schleifservice und Ersatzteile für die Hydraulik der großen Forstmaschinen.

Das Highlight des Shops ist das Angebot von regionalem Schnittholz auf Maß für Privat- und Geschäftskunden. Mithilfe eines übersichtlichen Schnittholzkonfigurators kann der Kunde individuell die gewünschten Maße für seine Holzbestellung eingeben. Sogar ein Einzelbrett ist möglich.

Zudem kann er aus verschiedenen Holzarten wählen und die Bretter Hobeln sowie mit Nut und Feder versehen lassen. Für diesen Service stellte Kollautz 2023 den MP360, einen Vier-Seiten-Hobel von Wood-Mizer in Dienst, durch den sie auch die stetig wachsende Nachfrage nach grob oder fein geriffelten Terrassendielen problemlos bedienen können. Die große Resonanz auf dieses Angebot, fordert täglich den Volleinsatz der LT70REMOTE. Während der Versand kleinerer Holzpakete anfangs manchmal etwas schwierig war, sind die Probleme mit der Logistik mittlerweile vergessen.

Am Ende dieser Geschichte schaue ich auf den Forstwirt und auf den Techniker, Holm und Justin, Vater & Sohn Kollautz und denke: Hier hat zum Glück zusammengefunden, was zusammen gehört.

Um im Bilde des Zitats von Theodor Heuss zu bleiben: Vielleicht haben Vater und Sohn manchmal auf Märchen und Wunder in Holz und Wald gehofft. Ihr Erfolg ist jedoch das Ergebnis harter Arbeit und Liebe zum Beruf.

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